Abgeschlossene Projekte

Bau eines Klassenraums im Dorf Dogojne in der Region Koutiala (2019/20)

In dem kleinen Dorf Dogojne gab es bis vor 1 ½ Jahren gar keine Schule. Die Kinder mussten Schulen in den 9, 12 und 15 km entfernten Nachbardörfern besuchen. Das hat dazu geführt, dass ca. 80 % der Kinder des Dorfes keine Schule besucht haben bzw. die Schule frühzeitig verlassen haben. Um diese Situation zu ändern und ihren Kindern bessere Zukunftsperspektiven zu ermöglichen, ergriffen die Dorfbewohner selbst die Initiative und errichteten einen provisorischen Klassenraum aus Holz und Strohmatten. Ein junger Lehrer, der selbst aus Dogojne stammt, begann dort die erste Klasse zu unterrichten. Jedoch war schnell klar, dass der Klassenraum die Regenzeit nicht überstehen würde. Daher wandte sich das Dorf an MALIKO, um mit finanzieller Unterstützung den Bau eines wetterfesten Gebäudes zu realisieren. Dieses wurde schließlich im Frühjahr 2020 fertiggestellt und wird nun dauerhaft für den Schulunterricht genutzt. Zudem wurden in Kati außerhalb der Hauptstadt Bamako neue Schulbänke hergestellt und Ende 2020 nach Dogojne geliefert. Diese sind aus Metall und somit im Gegensatz zu den häufig verwendeten Holzbänken vor Termitenfraß geschützt.

 

Schulung von Frauen in der Verarbeitung und Haltbarmachung von Mangos in Koutiala (2020)

Zu den Reichtümern Malis gehören Mangos in großen Mengen und vielfältigen Sorten. Im März 2020 hat MALIKO in der Stadt Koutiala Schulungen in der Zubereitung von konservierten Mangostücken und Mangomarmelade durchgeführt, da das Konservieren in Mali kaum bekannt ist. Aufgrund der großen Mengen von Mangos, Papayas und anderen Früchten während der Saison kann das Konservieren dazu beitragen, die Mangelernährung zu bekämpfen, indem die Früchte ganzjährig verfügbar sind. Es wurden insgesamt 5 Schulungen durchgeführt, alle mit mehr als 20 Teilnehmerinnen. Einige Frauen aus Koutiala waren bei mehreren Fortbildungen dabei und wirken nun als Multiplikatorinnen in verschiedenen Dörfern. Viele Frauen sind zudem am Verkauf der Konserven interessiert, um das Familieneinkommen zu erhöhen, so dass aus diesem Projekt ein Folgeprojekt entstand.

 

Unterstützung einer Schule für sehbehinderte Kinder in Bamako (2020)

Durch den Kontakt zu der malischen Ärztin Dr. Assitan Soumaré, die selbst einige Zeit in Deutschland gelebt hat, entstand ein weiteres Schulprojekt, die Unterstützung einer Schule für sehbehinderte Kinder.
Die Schule wurde von Monsieur Diakité, der selbst blind ist, gegründet und hat ein für Mali ungewöhnliches, inklusives Konzept. Zusammen mit den 12 blinden Kindern werden auch normal sehende Kinder unterrichtet. Beschäftigt sind 3 blinde Lehrerinnen, jede hat einen sehenden Assistenten. Der Unterricht wird so gestaltet, dass alle Kinder davon profitieren.
Das Gebäude ist leider teilweise baufällig und Monsieur Diakité möchte daher nach und nach neue, stabile Gebäude errichten lassen. MALIKO konnte den Bau von Toiletten und Waschgelegenheiten finanziell unterstützen, die 2020 fertiggestellt wurden.

 

Bau eines befestigten Straßenabschnitts im Dorf N’Gueguesso (2020/2021)

Im Dezember 2020 erhielten wir die Zusage des Landes NRW zur finanziellen Unterstützung unseres ersten größeren Projekts, des Fischzucht- und Straßenbauprojekts im Dorf N‘Gueguesso in der Region Koutiala.

Für N’Gueguesso und die umliegenden Dörfer gibt es eine Entbindungsstation, in der eine einzige Hilfshebamme arbeitet. Ansonsten gibt es keine Gesundheitseinrichtung. Die nächste Krankenstation liegt 15 km entfernt; für Operationen müssen die Patienten jedoch in die 55 km entfernte Stadt Koutiala gebracht werden. Die einzige, schlecht befestigte Straße Richtung Koutiala führte bisher am Eingang des Dorfes durch eine Senke, in deren Mitte sich während der Trockenzeit nur ein kleiner Tümpel befand; während der Regenzeit jedoch wurde das gesamte Gelände überschwemmt und die Straße unpassierbar, wodurch Transporte von Kranken und Schwangeren unmöglich waren. Mehrere Dorfbewohner sind aus diesem Grund in Notfallsituationen verstorben.

Mit Hilfe der Projektgelder konnten die Dorfbewohner ihren Wunsch, einen befestigten, ganzjährig befahrbaren Straßenabschnitt mit einem Staudamm zu bauen, realisieren. Ein großer Teil der Bauarbeiten wurde von den Dorfbewohnern selbst durchgeführt; insgesamt wurden 55 m Straße befestigt. Bereits in der ersten Regenzeit zeigte sich, dass die Befestigung den Wassermassen standhält. Als weiterer Schritt ist nun der Aufbau einer Fischzucht in dem neu entstandenen, 200 m² großen Staudammbecken geplant. Eine solarbetriebene Pumpe für das Fischzuchtbecken sowie die erste Ausrüstung für die Fischzucht (einschließlich kurzer Schulungen) wurden ebenfalls finanziert.

Im Rahmen der Kooperation mit MALIKO wurde außerdem die materielle Ausstattung der Entbindungsstation in N’Gueguesso verbessert.

 

Anschaffung eines Krankenwagens für die Gemeinde Konina (2021/22)

Die Gemeinde Konina umfasst 7 Dörfer und liegt 95 km von der Kreisstadt Koutiala entfernt. Es gibt ein Gesundheitszentrum mit Entbindungsstation für die gesamte Gemeinde, Operationen können dort jedoch nicht durchgeführt werden. Bei Notfällen, wie zum Beispiel Komplikationen unter der Geburt, Blinddarmentzündung, schweren Verletzungen oder Schlaganfällen, müssen die Patienten in das Krankenhaus nach Koutiala gebracht werden. Ein Auto gibt es nicht, so dass der Krankentransport nur entweder mit dem Mofa über nicht asphaltierte Straßen möglich war oder die Dorfbewohner mussten das 95 km entfernte Krankenhaus anrufen, damit von dort ein Krankenwagen geschickt wurde. Dabei ging sehr viel wertvolle Zeit verloren. Aus diesem Grund hatten sich die Vertreter der Gemeinde mit der Bitte um Hilfe bei der Beschaffung eines Krankenwagens an unsere malische Partnerorganisation gewandt.
Nach sehr langer Transportdauer – unter anderem aufgrund der schwierigen politischen Situation in Westafrika und ungeklärten Zuständigkeiten beim Zoll – konnte der Krankenwagen nach mehr als einem Jahr nun im Februar 2022 an die Gemeinde übergeben werden. Es handelt sich um ein gebrauchtes Fahrzeug, ausgestattet mit einem Notfallkoffer und Ultraschallgerät.