Gesundheitsversorgung

Bau eines befestigten Straßenabschnitts im Dorf N’Gueguesso (2020/2021)

Im Dezember 2020 erhielten wir die Zusage des Landes NRW zur finanziellen Unterstützung unseres ersten größeren Projekts, des Fischzucht- und Straßenbauprojekts im Dorf N‘Gueguesso in der Region Koutiala.

Für N’Gueguesso und die umliegenden Dörfer gibt es eine Entbindungsstation, in der eine einzige Hilfshebamme arbeitet. Ansonsten gibt es keine Gesundheitseinrichtung. Die nächste Krankenstation liegt 15 km entfernt; für Operationen müssen die Patienten jedoch in die 55 km entfernte Stadt Koutiala gebracht werden. Die einzige, schlecht befestigte Straße Richtung Koutiala führte bisher am Eingang des Dorfes durch eine Senke, in deren Mitte sich während der Trockenzeit nur ein kleiner Tümpel befand; während der Regenzeit jedoch wurde das gesamte Gelände überschwemmt und die Straße unpassierbar, wodurch Transporte von Kranken und Schwangeren unmöglich waren. Mehrere Dorfbewohner sind aus diesem Grund in Notfallsituationen verstorben.

Mit Hilfe der Projektgelder konnten die Dorfbewohner ihren Wunsch, einen befestigten, ganzjährig befahrbaren Straßenabschnitt mit einem Staudamm zu bauen, realisieren. Ein großer Teil der Bauarbeiten wurde von den Dorfbewohnern selbst durchgeführt; insgesamt wurden 55 m Straße befestigt. Bereits in der ersten Regenzeit zeigte sich, dass die Befestigung den Wassermassen standhält. Als weiterer Schritt ist nun der Aufbau einer Fischzucht in dem neu entstandenen, 200 m² großen Staudammbecken geplant. Eine solarbetriebene Pumpe für das Fischzuchtbecken sowie die erste Ausrüstung für die Fischzucht (einschließlich kurzer Schulungen) wurden ebenfalls finanziert.

Im Rahmen der Kooperation mit MALIKO wurde außerdem die materielle Ausstattung der Entbindungsstation in N’Gueguesso verbessert.


Anschaffung eines Krankenwagens für die Gemeinde Konina (2021/22)

Die Gemeinde Konina umfasst 7 Dörfer und liegt 95 km von der Kreisstadt Koutiala entfernt. Es gibt ein Gesundheitszentrum mit Entbindungsstation für die gesamte Gemeinde, Operationen können dort jedoch nicht durchgeführt werden. Bei Notfällen, wie zum Beispiel Komplikationen unter der Geburt, Blinddarmentzündung, schweren Verletzungen oder Schlaganfällen, müssen die Patienten in das Krankenhaus nach Koutiala gebracht werden. Ein Auto gibt es nicht, so dass der Krankentransport nur entweder mit dem Mofa über nicht asphaltierte Straßen möglich war oder die Dorfbewohner mussten das 95 km entfernte Krankenhaus anrufen, damit von dort ein Krankenwagen geschickt wurde. Dabei ging sehr viel wertvolle Zeit verloren. Aus diesem Grund hatten sich die Vertreter der Gemeinde mit der Bitte um Hilfe bei der Beschaffung eines Krankenwagens an unsere malische Partnerorganisation gewandt.

Nach sehr langer Transportdauer – unter anderem aufgrund der schwierigen politischen Situation in Westafrika und ungeklärten Zuständigkeiten beim Zoll – konnte der Krankenwagen nach mehr als einem Jahr nun im Februar 2022 an die Gemeinde übergeben werden. Es handelt sich um ein gebrauchtes Fahrzeug, ausgestattet mit einem Notfallkoffer und Ultraschallgerät.